Wo gesät, wird auch geerntet

Ukraine/Krim

Schwerpunkt in der Jungle World vom 20.März 2014

Der Schwerpunktartikel von Jörn Schulz befasst sich mit der Hassfigur der deutschen Volksseele, Wladimir Putin und stellt zunächst recht schlüssig die geopolitischen Interessen und Machtspielchen sowohl westlicher, aber zuvörderst auch östlicher Provenienz dar. Soweit so gut, obwohl und das darf man wohl anmerken, der Blickpunkt fast starr auf die Verfehlungen des östlichen Herrschaftsbereiches gerichtet ist. Da wird dem Despoten die klar definierte Schuld an der Krise in der Ukraine zugeordnet und die teils üblen und hinterhältigen Einflussnahmen des Westens durch seine Politiker mit ihren Vorfeldorganisationen auf das Geschehen in der Ukraine schon vor der sogenannten „orangenen Revolution“ werden nicht mal erwähnt. Täte man das, dann könnten wir die Toten und Verletzten in der Ukraine und die Annexion der Krim, sofern der Begriff berechtigt ist, als eine Folgeerscheinung der westlichen und kapitalistischen Einflussnahme bezeichnen. Hier beginnt die Ursachenforschung mit der Frage nach Huhn oder Ei.

Ziemlich daneben liegt für mich allerdings Ivo Bozic mit seinen Äußerungen, dass Kritiker an der politischen Belagerung der Ukraine durch den Westen einen Vergleich mit dem Umgang des Völkerrechtes der westlichen Kapitalisten nicht ziehen könnten. Ein solcher Vergleich sei mit „Abstand das Absurdeste“. Absurd ist es, wenn die gleichen Entscheider, die für frühere Völkerrechtsverstöße zuständig waren, heute den moralischen Zeigefinger erheben, wenn der politische oder militärische Gegner nun zu den gleichen Rechtsverstößen greift. Ich würde das Heuchelei nennen. Das heißt nicht, dass ich den Völkerrechtsbruch entschuldigen werde. Leider ist es jedoch so, dass keine der Staaten oder deren Lenker sich an dieses Recht hält wenn es aus seiner/ihrer Sicht geboten scheint.

Mit Sicherheit möchte ich hier keine russischen Verhältnisse, doch wenn es den Agitatoren in Europa ernst ist mit der Installation von demokratischen und freiheitlichen Verhältnissen und wenn sie einen drohenden Krieg ernsthaft verhindern wollen, dann sollten auch Hassprediger auf beiden Seiten verhindert werden. Die Krise muss mit allen Mitteln entschärft werden.

Kein Faschismus in Russland, der Ukraine und anderswo, kein Antisemitismus irgendwo!

Über Gerd

Geboren kurz vor dem Ende des nazifaschistischen 3. Reiches, als Kind unterprivilegierter Eltern. Der Vater als Unteroffizier in Russland verschwunden. Einfache Schulausbildung, Handwerkslehre, Erzieher, autodidaktische Schulungen, Anarchist, pädagogischer Heimleiter in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Autor und Referent, Verleger eines Selbstverlages, politisch internationalistisch und linksliberal. Motto: "Jede Wahrheit ist zu hinterfragen und Kritik sollte und darf immer schonungslos sein!"
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